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Das "Freiluftkalb" – ein neues Konzept für die Kälbermast

 

Wir testen ein neues Haltungskonzept für die Kälbermast, das den Antibiotikaeinsatz um die Hälfte reduzieren soll. Dabei wachsen die Kälber im Freien auf, mit Unterständen und einem überdachten Auslauf.

Porträt/Projektbeschrieb (laufendes Forschungsprojekt)

In der Kälbermast werden häufig junge Tiere aus mehreren Geburtsbetrieben zu grossen Gruppen zusammengeführt. So übertragen sie untereinander Keime, die zu vielen Erkrankungen führen. Als Folge werden grosse Mengen an Antibiotika eingesetzt. Wir entwickeln ein neues Haltungskonzept für Kälber, das "Freiluft-Kalb". Dabei leben die Tiere zuerst im Freien in Einzeliglus, im Sinne einer Quarantäne nach Ankunft im Mastbetrieb. Später kommen sie in kleine Gruppen, ebenfalls im Freien mit Iglus und einem überdachten, eingestreuten Auslauf. So sind sie weniger Erregern ausgesetzt und erkranken seltener. Wir testen dieses Konzept in zwanzig Kälberherden, und vergleichen die auftretenden Krankheiten und den Antibiotikaverbrauch mit zwanzig traditionell gehaltenen Herden in deren Nachbarschaft.

Hintergrund

Bisher gibt es keine für die Schweiz angepassten Haltungssysteme für die Kälbermast, die nachweislich den Antibiotikaverbrauch reduzieren.

Ziel

Unser Ziel ist es, ein Haltungskonzept für die Kälbermast zu entwickeln, das den Antibiotikaeinsatz um die Hälfte reduziert, indem es die Tiergesundheit verbessert. Zugleich soll es gut umsetzbar und für die Tierhalter wirtschaftlicher sein, da sie geringere Kosten für die Behandlung der Tiere aufwenden müssen.

Bedeutung

Wenn sich unser Haltungskonzept hinsichtlich der Reduktion des Antibiotikagebrauchs und Wirtschaftlichkeit bewährt, kann es die Kälbermast in der Schweiz grundlegend verändern. Das würde einen Beitrag zur Bekämpfung der Resistenzproblematik leisten und generell zu einer tierfreundlicheren Haltung führen.

Originaltitel

A novel concept for veal calf production: "the outdoor veal calf"

Projektverantwortliche

  • Prof. Mireille Meylan, Vetsuisse, Universität Bern, Bern
  • Prof. Gertraud Schüpbach-Regula, Vetsuisse-Fakultät, Universität Bern, Liebefeld
  • Professeur Vincent Perreten, Vetsuisse-Fakultät, Universität Bern, Bern
  • Prof. Adrian Steiner, Wiederkäuerklinik, Vetsuisse-Fakultät Bern, Bern

 

 

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 Kontakt

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Prof. Mireille Meylan Klinik für Wiederkäuer Vetsuisse Universität Bern Bremgartenstrasse 109a 3001 Bern +41 31 631 23 44 mireille.meylan@vetsuisse.unibe.ch