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Antibiotikaresistenzen in Gülle reduzieren

 

Gülle und Mist, die in der Landwirtschaft als organische Dünger verwendet werden, sind mit vielen Antibiotikaresistenzen belastet. Wir untersuchen, mit welchen Behandlungen die Anzahl und Vielfalt der Antibiotikaresistenzen reduziert werden kann.

Porträt/Projektbeschrieb (laufendes Forschungsprojekt)

Mit organischem Dünger gelangen viele Antibiotikaresistenzen in landwirtschaftlich genutzte Flächen – sowohl resistente Erreger wie auch einzelne genetische Bestandteile, die für die Bildung von Resistenzen wichtig sind. Eine besonders grosse Anzahl und Vielfalt an Antibiotikaresistenzgenen mit klinischer Bedeutung enthalten Gülle und Mist aus Schweine- und Geflügelhaltungen, die als Dünger verwendet werden. Wir testen, wie stark wir die Resistenzen durch Kompostierung oder anaeroben Abbau reduzieren können. Gleichzeitig erheben wir, ob eine Reduktion im Dünger auch zu einer Verminderung von Resistenzgenen in Böden und Pflanzen führt. Unser Team führt diese Untersuchungen in der Schweiz durch, andere Forschungsgruppen erproben dieselben Behandlungsmethoden in fünf weiteren Ländern.

Hintergrund

Aus der Tierhaltung stammende organische Dünger, die auf Felder ausgebracht werden, tragen wesentlich zum Eintrag von Antibiotikaresistenzen in die Lebensmittelkette bei. Bisher ist wenig erforscht, wie sich die Resistenzbelastung der Dünger reduzieren lässt, und wie sich dies wiederum auf die Belastung in Böden und Nahrungs- und Futterpflanzen auswirken würde.

Ziel

Ziel unseres Projektes ist es, Behandlungsmethoden zu finden, die Antibiotikaresistenzen in organischen Düngern und im Folgenden in Böden und Nahrungs- und Futterpflanzen verringern.

Bedeutung

Die Reduktion oder Beseitigung von Antibiotikaresistenzen in organischem Dünger trägt dazu bei, dass weniger resistente Erreger und Resistenzgene in die Lebensmittelkette gelangen. Da die Behandlungsmethoden unter Praxisbedingungen in den verschiedenen Ländern der Projektpartner geprüft werden, lässt sich daraus eine international abgestützte und anwendbare Technologie entwickeln.

Originaltitel

Intervention of antimicrobial resistance transfer into the food chain

Projektverantwortliche

  • Prof. Xaver Sidler, Departement für Nutztiere, Universität Zürich
  • Dr. David Drissner, Fakultät Life Sciences, Hochschule Albstadt-Sigmaringen, D- Sigmaringen
  • Dr. Fiona Brennan, Environment Research Centre Teagasc, Soil and Environmental Microbiology, GB - Oak Park Carlow
  • Dr. Magdalena Popowska, Department of Applied Microbiology, University of Warsaw, PL- Warsaw
  • Dr. Edward Topp, Agriculture and Agri-Food Canada, University of Western Ontario, CA – London
  • Dr. Eddie Cytryn, Institute of Soil, Water and Env. Sciences, Volcani Center, IL- Rishon Lezion
  • Dr. Fiona Walsh, Department of Biology, Maynooth University, IE- Maynooth

 

 

Weitere Informationen zu diesem Inhalt

 Kontakt

Prof. Xaver Sidler Universität Zürich
Departement für Nutztiere / Abteilung für Schweinemedizin
Winterthurerstrasse 260 8057 Zürich +41 44 635 82 41 xsidler@vetclinics.uzh.ch